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Es ist nun mal Tatsache:
Wir haben noch nie im Winter Urlaub gemacht. Daran gedacht haben wir oft,
aber irgendwie war die Zeit immer für das Frühjahr, den Sommer
oder den Herbst verplant. Nachdem wir einige Male in Skandinavien unseren
Urlaub verbrachten, bekamen wir natürlich auch viele Infos über
den norwegischen und schwedischen Winter in die Hände. Ja, das wär's:
Schneegarantie, gemütliche Hütte mit Kamin, Schlittenhunde,
Motorschlitten, Eisangeln und vieles mehr. Ausserdem haben wir den Norden
durch die Mitternachtssonne nur wenige Abende im Dunkeln erlebt.
Ok, dass haben wir geklärt, aber wie planen wir diesen Urlaub? In Norddeutschland
hat man wenig Möglichkeiten, auf Eis, tiefen Schnee mit harten Minusgraden,
Mensch und Auto zu trainieren. Also planten wir vorsichtig: Keine Gewalttouren
mit dem PKW. Da wir uns Värmland ausgesucht haben, passte die Fähre
Kiel-Olso mit Wintersparpaket genau. In Ekshärad fanden wir dann das
Hüttendorf Ekesberget. Von einer einsam gelegenen Hütte haben wir
erst einmal Abstand genommen. Die Vorstellung, kurz vor der Abfahrt eingeschneit
zu werden, ließ diese Planung nicht zu. Auf jeden Fall wollten wir eine
Husky-Farm besuchen, mit einem Motorschlitten durch die verschneite Wildnis
fahren und - ganz wichtig - unsere Langlaufskier ausprobieren. Wir hatten
keinerlei Erfahrung mit diesen schmalen Brettern; das war aber nicht der Grund,
weshalb es uns in die Wildnis zog!
Am 13. 2. ging es also los. Fährabfahrt in Kiel um 13.30 Uhr - eine
schöne Zeit, zudem sind es nur rund 80 km von Hamburg. Wir legten
am nächsten Tag um 9.30 Uhr in Oslo an. Dann waren es noch 210 km
bis Ekshärad. Übrigens, wer ganz sicher gehen will: In der Nähe
vom Fähranleger kann man sich Spikes-Reifen mieten.
 
   
   
   
Ein Bilderbuchdorf:
Brunnberg. Hier ist fast alles in dänischer Hand. Mit viel Mühe
wurden
die Häuser renoviert. Man findet das Dorf ca. 30km nordnordöstlich
von Ekshärad.
   
Nachdem wir uns hier
sehr schnell eingewöhnt hatten, wollten wir eine Motorschlittentour
unternehmen. Dazu fuhren wir nach Branäs. Hier befindet sich eine
größere Ski-Anlage mit entsprechenden "Nebenwirkungen".
Nachdem wir mit der Seilbahn in fünf Minuten den Branäsberg
hochgefahren waren, wurde es bedeutend ruhiger. Und nicht nur das; hatten
wir noch im Tal schneidigen Wind und minus 12 Grad, so erlebten wir hier
oben unser Wunder: Drei Grad plus, windstill und eine überragende
Fernsicht. Wir blickten in die Wildnis der "Big Four". Das sind
Wolf, Luchs, Bär und Vielfraß, die hier am häufigsten
vorkommen sollen.
Nun ja, wir haben uns zu um 13 Uhr mit Lillen, unserem Guide, verabredet.
Etwas unterhalb der Bergspitze auf der anderen Seite sahen wir ein größeres
blau-weiß gestreiftes Zelt. Hier parken die Schnee-Scooter. Auf
die Minute genau erschien Lillen. Auffällig an ihm war seine lederne
Mütze; ein Erbstück seines Großvaters. "Besseres
gibt es nicht," erklärte er uns auf englisch. Wir haben dann
auch nicht viel Zeit verloren und haben zwei Scooter fertig gemacht. Die
Einweisung dauerte nicht mal 20 Sekunden: "Da Gas, da Bremse, keine
Kupplung, hier Notstopp", erklärte er uns auf schwedisch-ruhige
Art. Zum Glück, dachten wir, laufen hier keine Skiläufer vor
unsere Kufen. Nach ein bis zwei Minuten stellten wir fest: Alles halb
so schlimm. Lillen fuhr anfangs mäßiges Tempo, steigerte es
dann aber. Nächste Feststellung: Es macht Riesenspaß!!
   
   
   
   
Unsere nächste Tagestour
ging nach Höljes. Von Ekshärad sind wir die "62" fast
bis zur norwegischen Grenze gefahren. Hier liegt dieser Ort mit dem gleichnamigen
See. Es ist ein Stausee, dem der Klarälven "entspringt". In
Norwegen heißt dieser Fluß Trysilelva.
   
   
   
Eine Husky-Farm zu besuchen
war unser nächstes Ziel. Wir fanden diese Farm 50km südlich von
Ekshärad bei Sunnemo. Ins Leben gerufen wurde sie von Simone und Wolfgang
aus Deutschland vor neun Jahren. Wir haben eine kleine Tour mit dem Hundeschlitten
unternommen und haben danach einen Spaziergang mit den Huskies gemacht. Wolfgang
hat uns auf dieser Tour über die vielen Spuren im Schnee aufgeklärt:
Von Wolfsspuren über eine Luchsjagd auf einen Hasen bis zum nächtlichen
Ruheplatz eines Elches haben wir so einiges gesehen.
   
   
Die meisten Kilometer
ausserhalb unseres Autos haben wir aber auf Skiern zurückgelegt. Entweder
flott auf menschenleeren Pisten oder beschaulich gewandert, meist über
zugefrorene Seen.
   
   
Das war unser erster
Winterurlaub in Schweden. Nächstes Jahr werden wir wieder hier sein.
Wahrscheinlich werden wir unsere Erlebnisse mit dem Eisangeln erweitern.
Was wir auf jeden Fall wieder tun werden ist: Relaxen und die Seele richtig
baumeln lassen.

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